Damit Lierhaus, Beckmann, Kerner und Co. so weitermachen k?nnen?

?werden ab Januar die Rundfunkgeb?hren mal wieder kr?ftig angehoben. F?r Programminnovationen ist davon jedenfalls nichts ?brig.

Monica Lierhaus und Johannes B. Kerner - Quelle: SpreePix via. Flickr.com27. Dezember 2008.? Uschi Nerke muss wohl bis zum heutigen Tage einen bleibenden Eindruck auf die Programmverantwortlichen in den ?ffentlich-rechtlichen Sendeanstalten hinterlassen haben. Seitdem sich die Moderatorin der Kultsendungen „Beat Club“ und „Musikladen“ in den 60er und 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts f?r einige Hundert Mark Gage tapfer durch ihre Sendungen verhaspelte, gilt im Deutschen Fernsehen offenbar jeder Mitarbeiter als unersetzbar, der mehr als drei S?tze am St?ck ohne merkliche Versprecher aufsagen kann. So wie Monica Lierhaus zum Beispiel. Damit uns die Fernsehfrau auch k?nftig gelegentlich durch die ARD-Sportschau „f?hrt“, zahlt ihr der NDR – nach Informationen von Spiegel Online – ab Sommer 2009 bereitwillig ein Jahreshonorar in H?he von 875.000 Euro. Angeblich hatte Lierhaus vom klammen privaten Konkurrenten Sat.1 eine Offerte ?ber 1 Million Euro im Jahr vorliegen. Dagegen wirkt der vermeintlich sparsame Einsatz der Rundfunkgeb?hren geradezu wie ein Schn?ppchen. Weiterlesen →

Nette Schummeleien im Radio

Die britische Medienaufsichtsbeh?rde „Ofcom“ hat erneut zugeschlagen. Diesmal muss die BBC umgerechnet rund 105.000 Euro Strafe zahlen, weil Telefongewinnspiele vorher aufgezeichnet wurden. Deutsche Medienw?chter h?tte das wohl kaum gest?rt.

Tony Blackburn war Discjockey der ersten Sendung von BBC Radio 1 am 30. September 1967 - Bild: Wikipedia18. Dezember 2008 – Dieser Beitrag entstand nach einem Hinweises bei turi2. Wenn deutsche Radiomacher ihre Zuh?rer beschummeln, h?ren Medienw?chter in der Regel gar nicht erst zu – oder lieber weg. In Gro?britannien k?nnen dagegen schon kleine Schummeleien zu saftigen Strafen f?hren. Die britische Medienaufsichtsbeh?rde „Ofcom“ belegte jetzt die ?ffentlich-rechtliche BBC mit einer Geldstrafe von insgesamt 95.000 Pfund (rund 105.000) Euro), weil in mehreren Radiosendungen vorher aufgezeichnete Telefongewinnspiele als „live“ verkauft wurden. Weiterlesen →

Wer sagt’s denn – Merkel doch nicht „mutlos“

Eine Woche nachdem ‚Der Spiegel‘ „das gef?hrliche Zaudern der Kanzlerin in der Wirtschaftskrise“ angeprangert hatte, gab’s am Montag im „Zentralorgan“ endlich? Entwarnung.

Spiegel-Titel vom 1. Dezember und Ausschnitt aus der Bild-Titelseite vom 8. Dezember 20088. Dezember 2008. Irgendwie haben Spiegel-Redakteure vor Wochenfrist wohl ma?los ?bertrieben, als sie in ihrer Titelgeschichte „das gef?hrliche Zaudern der Kanzlerin in der Wirtschaftskrise“ bem?kelten, Deutschlands „Einfluss in der Welt“ schwinden sahen und sogar eine „Krise in Merkels Kanzlerschaft“ herbeischreiben wollten. Von wegen „Merkel mutlos“. Wer am Montag ‚Bild‘ las, kann sich beruhigt zur?cklehnen. Die Kanzlerin habe eigentlich alles im Griff, lautet die Botschaft des „Zentralorgans“. Es fehlt eigentlich nur noch eine „genaue Analyse“ und ein wenig „Klarheit ?ber die Folgen der Finanzkrise“. Kein Problem ? schlie?lich ruft Merkel am kommenden Sonntag „Top-Experten ins Kanzleramt“. Weiterlesen →

Journalistische Gebr?uchlichkeit

Mehr als 13 Jahre nach der offiziellen Umbenennung in Mumbai berichten deutsche Leitmedien ?ber Terror in „Bombay“.

Stra?eszene aus Mumbai - Quelle: Wikipedia29. November 2008. Die berechtigte Frage kam per E-Mail von einer Mittweidaer Medienstudentin: „Mir ist aufgefallen, dass verschiedene Medien ?ber die Attentate in Bombay berichten. Ist es nicht aber so, dass Bombay im Jahr 1995 in Mumbai umbenannt wurde?“ Das ist so. Dass diese Umbenennung von den deutschen Leitmedien wie Tagesschau, ZDF-heute, FAZ und weiteren schlichtweg ignoriert wird, erkl?rt Deutschlands f?hrende Nachrichtenagentur auf Anfrage mit „journalistischer Gebr?uchlichkeit“ und weiter: „der Kreis der weltweiten Nachrichtenagenturen hat sich 2005 bis auf Weiteres auf Bombay geeinigt.“ Weiterlesen →

Fernab der H?rerabzocke

Die Initiatoren des H?rfunk-Hygiene-Projekts Fair-Radio Sandra M?ller, Udo Seiwert-Fauti und Max Foerster sind f?r den „Goldenen Prometheus“ nominiert worden.

Screenshot von der Website www.goldener-prometheus.de27. November 2008. Nicht jeder der f?r den „Goldenen Prometheus“ nominiert wird, will den Preis des Online-Medienmagazins „V.i.S.d.P.“ auch haben. Vor drei Jahren verzichteten die BILDblogger Christoph Schultheis und Stefan Niggemeier auf die m?gliche Auszeichnung, weil „wir f?r einen Preis nicht nominiert sein wollen, der an dem Schlagabtausch zwischen Claus Strunz und Oskar Lafontaine irgendetwas f?r auszeichnungsw?rdig h?lt.“ Mit dem „Prometheus“ ist es so, wie mit anderen Medienpreisen – manche Nominierungen und Auszeichnungen sind halt fragw?rdig, so wie der „Goldene Prometheus“, den im Fr?hjahr 2007 „Oli“ Kahn f?r den „Coup des Jahres“ von Vi.S.d.P.-Chef ?berreicht bekam. Verdient haben den Preis ganz bestimmt die Initiatoren von Fair-Radio Sandra M?ller, Udo Seiwert-Fauti und Max Foerster, die diesmal f?r die Kategorie „Radiojournalist des Jahres 2008“ auf der Kandidatenliste stehen. Weiterlesen →

Endlich unter uns

Mit viel Vorschusslorbeeren ist am vergangenen Freitag in Bayern der neue Jugendsender egoFM gestartet. Programm- und Internetangebot sind bislang allerdings eher bescheiden. Die Trennung zwischen redaktionellen Inhalten und Werbebotschaften spielt f?r die neuen Radiomacher offenbar keine Rolle.

Offizieller Programmstart von egoFM am 21. November. Bildquelle: www.radioszene.de26. November 2008. Was wird Wolf-Dieter Ring wohl denken, wenn er in diesen Tagen egoFM einschaltet oder die begleitende Website des neuen privaten bayerischen Jugendradios aufruft? Vermutlich, dass er anl?sslich des Programmstarts „im feierlichen Rahmen“ (Radioszene) am vergangenen Freitag wohl doch etwas zu gro?z?gig mit seinen Vorschusslorbeeren umgegangen ist. In einer am selben Tag verbreiteten Pressemitteilung war sich der Pr?sident der Bayerischen Landeszentrale f?r neue Medien (BLM) noch sicher, „dass der Start von egoFM als wichtiges und denkw?rdiges Datum in die Annalen der bayerischen Radio-Geschichte eingehen wird.“ Hoffentlich nicht als Tiefpunkt. Was die neuen Programmmacher ihren H?rern in den ersten Tagen ?ber UKW und im Internet bieten, kann wohl kaum als innovatives Radiokonzept bezeichnet werden, „um auch in Zukunft bestehen zu k?nnen“ (Ring). Das Pr?dikat ‚Sparprogramm‘ w?re zurzeit wohl zutreffender. Weiterlesen →

Studenten sind „Hardcore-Surfer“

Aktuelle Studie zur Webnutzung kostenlos abrufbar

Medienstudenten der Hochschule Mittweida bei der Redaktionssitzung des Portals www.medien-mittweida.de. Bild: Martin Glass25. November 2008. Surfen statt Vorlesung. Studierende geh?ren zu den eifrigsten Nutzern des Internets. Diese nicht ganz ?berraschende Erkenntnis wurde in der gerade ver?ffentlichten Studie „Studieren im Web 2.0“ best?tigt, die gemeinsam vom Hochschul-Informations-System GmbH (HIS) und dem Multimedia Kontor Hamburg erstellt wurde. Die – immerhin 90seitige – Kurzfassung kann als PDF-Datei ?ber die HIS-Website kostenlos abgerufen werden. Weiterlesen →

Elektrischer Mainzelmann

Mario Sixtus tritt ab 28. November mit seinem „Elektrischen Reporter“ in der ZDF-Mediathek und im Infokanal der Mainzelm?nner auf.

Fontomontage aus Screenschots Elektrischer Reporter und Mainzelm?nnchen im ZDF21. November 2008. Bis zum Sommer dieses Jahres hat der D?sseldorfer Journalist Mario Sixtus mit freundlicher Unterst?tzung des Handelsblatts 49 Ausgaben seines „Elektrischen Reporters“ ?ber die gleichnamige Website und Videoportale wie Sevenload verbreitet. Dann gab’s eine Schaffenspause. Ab 28. November geht’s weiter. K?nftig wird „Neues aus Digitalien“ auch in der ZDF-Mediathek und im Infokanal der Mainzelm?nner zu sehen sein. Gl?ckwunsch. Soweit bekannt, hat damit erstmals ein origin?res Web-Angebot in Deutschland den Sprung ins Fernsehen geschafft. Wenn auch in einen Kanal, der weitgehend unter Ausschluss der ?ffentlichkeit vor sich hinsendet. Weiterlesen →

Sperrfrist f?r PR-Meldung

Thomas Gottschalk hat irgendwann beim „Prominenten-Special“ von „Wer wird Million?r?“ eine Million Euro gewonnen. Nach den Vorstellungen der RTL-?ffentlichkeitsarbeiter soll’s aber erst am sp?ten Donnerstagabend passiert sein.

Thomas Gottschalk bei Wer wird Million?r - Screenshot RTL, 20.11.08, 22.31 Uhr20. November 2008. „Sperrfrist“ stand ?ber einer Presseinformation, die die ?ffentlichkeitsarbeiter von RTL am Donnerstagnachmittag an zahlreiche Redaktionen verschickten. Niemand sollte vor Anbruch des Freitags dar?ber berichten, dass Thomas Gottschalk bei seinem Spezl G?nther Jauch im so genannten „Prominenten-Special“ der Quizreihe „Wer wird Million?r“ eine Million Euro gewonnen hat. Weiterlesen →

Brotlose K?nstler

Geringe Einkommen, zunehmende Ausbeutung und schlechtes Image – ein Traumberuf sieht anders aus. Wer heute noch Journalist werden will, braucht vor allem viel Idealismus und gro?e Bescheidenheit, wenn es um eigene Anspr?che geht.

F?r blogmedien werden alle Inhalte hart recherchiert - Bild: Rasender R.SH-Reporter im Hamburger Umland 198719. November 2008. Nein, als Journalist wolle er sp?ter nicht arbeiten, sagte fest entschlossen ein Medienstudent, mit dem ich vor einigen Tagen das Thema f?r seine nun bald anstehende Bachelorarbeit besprach. F?r den Mitzwanziger ist klar, dass er nur im Management ein „einigerma?en ordentliches Einkommen“ erzielen kann. Journalismus, so seine Einsch?tzung, sei doch heutzutage fast zur „brotlosen Kunst“ geworden. Schade, der junge Mann hat wirklich gro?es Talent. Die ?blichen Stationen ?ber Praktikum, Volontariat und freie Mitarbeit mag er indes nicht nehmen. Eine Festanstellung direkt nach dem Studium scheint ohnehin aussichtslos: „Da mache ich mir gar keine Illusionen“. Womit er wohl Recht hat. Viele Medienunternehmen nutzen das ?berangebot an freien Journalisten aus, bauen ihre Belegschaften ab, schlie?en Lokalredaktionen oder ersetzen aufwendige journalistische Inhalte durch massentaugliche Unterhaltung – l?ngst auch im ?ffentlich-rechtlichen Rundfunk.? Weiterlesen →